Wie alles begann, sich entwickelte und heute ist

Wenn ein Verein sein 125-jähriges Bestehen feiert, ist es unausweichlich, an das Vergangene, Frühere und an die Gründer zu erinnern, weil eine solche Geschichte nicht nur das Selbstverständnis des Vereins im Sinn einer Tradition geprägt, sondern auch einen markanten Treffpunkt hervorgebracht hat: das Haus der LKG inder Ober-Ramstädter Straße 55.

Dafür stehen wir mit unserem umständlichen Namen

Man tut sich zunächst etwas schwer mit dem Namen „Landeskirchliche Gemeinschaft“, weil er umständlich und fremd erscheint, weswegen vor allem die junge Generation nur noch von der „LKG“ spricht.

Das Wort „Gemeinschaft“ in diesem speziellen Sinn geht zurück auf die sogenannte „Gemeinschaftsbewegung“ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sich viele Christen in Deutschland und vor allem in England veranlasst sahen, neben dem Gottesdienst und gewissermaßen ergänzend kleine Versammlungen zu gründen, um die Bibel genauer kennenzulernen und auch das tägliche Leben danach zu gestalten. Von Anfang an ist diese Bewegung im wesentlichen eine Sache von Laien gewesen. So wurde auch die Gemeinschaft in Nieder-Ramstadt 1886 als kleine Versammlung im Hause Riedel in der Bachgasse 25 gegründet. (Detailliert nachzulesen in der Chronik zum 100-jährigen Jubiläum der Landeskirchlichen Gemeinschaft.)

Der Zusatz „landeskirchlich“ im Namen des Vereins besagt, dass die Gemeinschaft keine sektiererische Lehre vertritt, sondern sich dem Bekenntnis der evangelischen (Landes-) Kirche verpflichtet weiß. Bis heute sind die Mitglieder der LKG in der Regel Kirchenmitglieder. Eine Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde bestand von Anfang an, und heute können wir dankbar feststellen, dass zwischen den christlichen Gemeinden am Ort und vor allem zwischen Pfarrern und Predigern (heute „Gemeinschaftspastoren“) ein außerordentlich gutes Verhältnis besteht und gepflegt wird.

Natürlich hatten und haben die Gemeinschaftspastoren auch immer einen prägenden Einfluss auf den Frömmigkeitsstil der Gemeinschaftsleute, zumal sie selbst wieder von Prediger- und Missionsseminaren kommen, die ihrerseits landesweit als sogenannte evangelikale Ausbildungsstätten verbunden sind. Diese, wie auch die einzelnen Gemeinden, gehören über regionale Verbände dem Gesamtverband „Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband“ an.

Von der einfachen Hausversammlung zur vielfältigen Gemeinschaft

Die kleine Versammlung im Hause Riedel wuchs, unter anderem durch die Ansiedlung der Nieder-Ramstädter Diakonie und der Firma Wacker und Doerr zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Firmengründer förderten die Arbeit der Gemeinschaft beträchtlich. Nachdem sie ab 1901 die Kantine der Firma für die Versammlungen zur Verfügung gestellt hatten, bauten sie im Jahr 1906 das Vereinshaus, so genannt, weil es der Versammlungsort des neu gegründeten Männer- und Jünglingsvereins war, der später in der Gemeinschaft aufging. Das Haus wurde später der Gemeinschaft testamentarisch vermacht. Im Jahr 1979 konnte der große Saal weitgehend in Eigenhilfe hinzugefügt werden.

Schon vor dem Bau des Vereinshauses entwickelte der Männer- und Jünglingsverein zahlreiche Aktivitäten in den Bereichen Musik (Posaunenchor, Männerchor, Streichquartett und Mandolinenorchester), Sport (Turnerriege) und Unterhaltung (Vortragsabende, Spieleabende, Ausflüge), von denen einige über die Jahre durchgehalten werden konnten, andere naturgemäß am Fehlen entsprechender Begabungen und Neigungen wieder eingestellt werden mussten. Das neue Haus machte eine weitere Unternehmung möglich: die damals sogenannte Kleinkinderschule (heute Kindergarten) mit etwa 80 Kindern wurde eingerichtet. Die Vielzahl der Aktivitäten machte es erforderlich, dass ein hauptamtlich tätiger Prediger eingestellt wurde. Seit Jahrzehnten sind die Prediger Absolventen des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission in Bad Liebenzell (heute: Internationale Hochschule Liebenzell - IHL). Seit 2009 können wir zwei hauptamtliche Prediger einstellen. Die LKG ist finanziell unabhängig und bestreitet ihre Aufwendungen im wesentlichen aus Spenden der Mitglieder.

 

Keine geschlossene Gesellschaft, sondern gastfreundliche Gemeinde

Zugegebenermaßen erweckt das Wort „Gemeinschaft“ etwas den Eindruck, dass es sich hier um eine Art geschlossene Gesellschaft handelt, also etwas Exklusives an sich hat. Es ist ja auch nicht zu vermeiden, dass sich bei großer Regelmäßigkeit der Veranstaltungen wie beispielsweis dem Gottesdienst sonntags (18 Uhr) zwischen den rund 100 Mitgliedern und Besuchern ein hoher Bekanntschaftsgrad und enge Beziehungen entwickeln. Dies ist jedoch gerade das, was viele Menschen, die den Weg in die Gemeinschaft gefunden haben, schätzen, weil es eine Art geistliches Zuhause, ein Aufgehobensein und Identität bedeuten kann. In diesem Sinn sind wir gerne „Gemeinschaft“, aber wir wollen alles tun, um den Eindruck der geschlossenen Gesellschaft zu vermeiden und nennen uns deshalb Gemeinde. So verstehen wir uns heute mit unserer Geschichte und Prägung als eine weitere christliche Gemeinde neben anderen und wollen, wie es in unserer Vereinssatzung heißt „zum Glauben an Jesus Christus einladen“. Dies ist unser Anliegen.

Als gastfreundliche Gemeinde wollen wir offen sein für Besucher, sie willkommen heißen ohne sie sofort zu vereinnahmen. Wer bleiben möchte, kann diese Gemeinschaft kennen lernen, nicht nur im Gottesdienst, sondern im gemeinsamen Feiern, in Freizeiten, in Hauskreisen, Frauen- und Seniorenkreis, oder im Posaunenchor und den Musikgruppen. Zeit haben für Kinder. Das ist von jeher ein großes Anliegen der Gemeinschaftsbewegung. Was früher Kinderstunde und Jungschar hieß, ist heute in eine zeitgemäße Form gegossen und heißt Abenteuerland. Bis zu 50 Kinder erleben es jeden Mittwochnachmittag. In noch größerem Rahmen finden in ähnlicher Form seit über 30 Jahren die Ferienspiele in unserem Haus statt, unter Federführung der LKG und in bewährter Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und der EFG (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde). Wer aus dem Ferienspielalter (7-13 Jahre) herausgewachsen ist, ist herzlich willkommen im Teentreff oder im EC-Jugendkreis.

Neue Formen, bewährter Inhalt

Wenn wir als LKG auf 125 Jahre unseres Bestehens zurückschauen, sehen wir viele Veränderungen in den Formen der Veranstaltungen. Weil es unser besonderes Anliegen ist, das Evangelium in die jeweilige Zeit hinein zu predigen, muss auch ein entsprechendes Maß an Modernität Einzug halten. Aber bei allem Wandel der Zeiten und der Formen ist der Inhalt gleich geblieben: das Evangelium von Jesus Christus.

Ihr

Werner Becker, ehem. Vorsitzender der Landeskirchlichen Gemeinschaft Nieder-Ramstadt

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